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Handarbeit
für
Gaumenfreuden
Die Olivenernte wird seit Tausenden von Jahren auf die gleiche Art und
Weise durchgeführt. Da das Ernten viel Behutsamkeit, Sachkenntnis
und Übung erfordert, wird es auch heute noch hauptsächlich in
Handarbeit geleistet. In Spanien sind viele Olivenbauern nach einer Phase
der
„Modernisierung“ wieder zu den traditionellen Erntemethoden
zurück gekehrt, um den strengsten Qualitätskriterien und EU-Normen
zu entsprechen.
Traditionell aber schnell
Für die Qualität der Ernte ist zunächst der optimale Zeitpunkt
entscheidend. Oliven sollten möglichst genau zu dem Zeitpunkt geerntet
werden, wo ihre Farbe von grün zu schwarz wechselt. Dann haben
sie die optimale Reife und den maximalen Ölgehalt. Die anschließende
Verarbeitung der Oliven muss dann schnellstmöglich, spätestens
jedoch innerhalb der
nächsten 24 Stunden, erfolgen, um zu verhindern, dass die Früchte
verderben. Um sicherzustellen, dass die Haut der Früchte nicht verletzt
wird und damit der unerwünschte Oxidationsprozess in Gang kommt,
werden die Oliven vor dem Transport möglichst vollständig von
Steinen, Erde und Verunreinigungen befreit.
Kalt gepresst und kostbar
Die Weiterverarbeitung erfolgt direkt in der Ölmühle. Die Olivenöl-Gewinnung
ist im Prinzip einfach und hat sich über die Jahrhunderte
kaum verändert. Die modernen Ölmühlen sind lediglich schneller,
sauberer und hygienischer als früher, ohne am hergebrachten Verfahren
Grundsätzliches zu ändern.
Natives Olivenöl wird, da es ein absolut reines Naturprodukt ist,
anders als andere Speiseöle, weder durch chemische Zusätze
extrahiert noch raffiniert. Die Ausbeute ist daher eher gering, und somit
ist naturreines Olivenöl kostbar. Man unterscheidet die Verarbeitung
durch Pressen oder durch Schleudern bzw. Zentrifugieren. Bei beiden Methoden
werden die Oliven zunächst zu einer Paste zerquetscht, die Fruchtfleisch,
Kern, Öl
und Fruchtwasser enthält. Die Temperatur der Paste steigt während
der Verarbeitung nie über 30°C, weshalb sich das Verfahren „Kaltpressung“ nennt.
Dabei bleiben alle hitzeempfindlichen, ernährungs-physiologisch
wertvollen Vitamine und essentiellen Fettsäuren ebenso wie alle
Farb-, Duft- und Geschmacksstoffe der Olive vollständig erhalten.
Pressen
Beim Pressen wird die Paste auf Netzen oder auf pfannenförmigen
Korbmatten, so genannten Capachos, verteilt und diese werden aufeinander
gestapelt. Durch das Eigengewicht wird der Saft herausgepresst. Die
so gewonnene Flüssigkeit wird in einem Auffangbecken gelagert, in
dem das Öl sich auf natürliche Weise vom Wasser trennt – Öl
ist leichter als Wasser und schwimmt daher auf dessen Oberfläche.
Schleudern
Die Zentrifugierung ist die schonendere Methode und wird ca. bei 80%
der Olivenöl-Gewinnung eingesetzt. Die Fruchtmasse wird in eine
zwei- oder dreiphasige Zentrifuge gegeben, die ununterbrochen arbeitet
und auch Endlos-Zentrifuge heißt.
Im ersten Schritt wird die Paste zerquetscht, dann trennt eine waagerechte
Trennschleuder (decanter) die Feststoffe von der Flüssigkeit, eine
senkrechte Trennschleuder die Flüssigkeit in Olivenöl und Fruchtwasser.
Da die Endlos-Zentrifuge wesentlich mehr Öl in kürzerer Zeit
extrahieren kann, verkürzt sich die notwendige Lagerzeit der Oliven
und die Früchte werden frischer verarbeitet.
Ob trüb oder klar, immer naturrein
Sobald das Wasser abgeschieden ist, wird das Öl einer ersten Filterung
unterzogen. Danach wird es gelagert, damit sich die bei der Grobfilterung
nicht erfassten Teilchen absetzen. Es kann dann als “naturtrüb“ abgefüllt
oder noch einmal feingefiltert werden, wonach es glasklar ist. Der Grad
der Trübung ist also keine Frage der Qualität, sondern eine
des Geschmacks
oder – wenn man so will – der Ästhetik. |
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